Vom Bauchgefühl zur strukturierten Auftragsvergabe – Daniel Schalter zeigt, wie Handwerksbetriebe mit smarten Ausschreibungstexten, GAEB & digitalen Tools entspannter an öffentliche und private Ausschreibungen herangehen.
In dieser Folge spricht Philipp Christ mit Daniel Schalter von Ausschreiben.de darüber, wie Handwerksbetriebe mit professionellen Ausschreibungstexten, GAEB & digitalen Schnittstellen endlich entspannter an Ausschreibungen teilnehmen.
Viele Handwerksbetriebe haben Respekt vor Ausschreibungen: komplizierte LVs, Formalitäten, Angst vor Fehlern – und keine Zeit. Daniel Schalter kennt beide Seiten: Den elterlichen Schreinereibetrieb und die Welt der Ausschreibungstexte.
Im Gespräch zeigt er, wie Ausschreiben.de Planer und Handwerker zusammenbringt, warum saubere Ausschreibungstexte der Schlüssel zu weniger Stress sind und wie digitale Standards wie GAEB, Datanorm & Co. den Weg ins Angebot massiv vereinfachen.
Eine Ausschreibung auf dem Tisch – und sofort stellt sich die Frage: Was ist hier überhaupt gemeint? Ausschreibung Handwerk bedeutet für viele Betriebe Zeitaufwand, Unsicherheit und das Gefühl, dass das eher was für Planer ist. Daniel Schalter von Ausschreiben.de kennt diese Haltung – und räumt in dieser Episode gründlich damit auf. Als Bauingenieur mit Schreinereipraxis im Hintergrund verbindet er technisches Wissen mit dem Blick für das, was im Betrieb wirklich funktioniert. Wer wissen will, wie professionelle Ausschreibungstexte entstehen, was GAEB damit zu tun hat und warum auch kleine Betriebe an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen sollten, bekommt hier konkrete Antworten.
Das Wichtigste in Kürze
Ausschreibung im Handwerk: Mehr als ein Planer-Thema
Ausschreibung Handwerk – das klingt für viele Betriebe zunächst nach Bürokratie, Formvorschriften und einem Prozess, der eigentlich nur für Architekturbüros und große Bauunternehmen gedacht ist. Daniel Schalter, Vertriebsmitarbeiter bei Ausschreiben.de und gelernter Bauingenieur mit handwerklichem Familienhintergrund, zeichnet in dieser Episode ein anderes Bild. Ausschreiben.de ist eine Plattform mit über einer Million Produktdatensätzen, die Handwerksunternehmen dabei unterstützt, mit sauber formulierten Ausschreibungstexten an Projekten teilzunehmen. Dabei nutzen die Plattform nicht nur Planer bei der Erstellung von Leistungsverzeichnissen, sondern auch ausführende Betriebe: für Nachträge, Subunternehmerbeauftragungen oder schlicht um das eigene Angebot professionell zu formulieren.
Leistungsverzeichnisse und Ausschreibungstexte – wie Qualität Fehler verhindert
Ein wiederkehrendes Thema im Gespräch ist die Qualität von Leistungsverzeichnissen und ihr direkter Einfluss auf den Projektverlauf. Schalter beschreibt anschaulich, was passiert, wenn eine Ausschreibung intern widersprüchlich oder technisch unplausibel formuliert ist: Handwerker kalkulieren falsch, Nachträge häufen sich, und am Ende ist niemand zufrieden. Sauber formulierte Ausschreibungstexte schaffen dagegen Klarheit für alle Beteiligten – für den Planer, der ein vergleichbares Angebot erhalten will, und für den Betrieb, der auf dieser Grundlage zuverlässig kalkulieren kann. Ausschreiben.de stellt die entsprechenden Textbausteine kostenlos zur Verfügung, direkt aus Herstellerdaten abgeleitet und aktuell gehalten. Wichtig dabei: Die Daten müssen regelmäßig aktualisiert werden. Wer einmal einen Herstellerkatalog in seine Software lädt und ihn zehn Jahre unverändert nutzt, arbeitet mit veralteten Grundlagen.
GAEB-Schnittstelle und digitale Standards im Ausschreibungsprozess
Ein zentraler Effizienzgewinn im modernen Ausschreibungsprozess ist das digitale Datenformat GAEB. Statt Leistungsverzeichnisse als PDF zu erhalten, händisch auszufüllen und zurückzufaxen, können Betriebe GAEB-Dateien heute direkt in ihre Handwerkersoftware einlesen, dort kalkulieren und das fertige Angebot digital zurücksenden. Die LC-TOP Handwerkersoftware und Ausschreiben.de arbeiten an einer direkten Schnittstelle, die diesen Prozess noch weiter vereinfacht: Texte, Mengeneinheiten und Preise aus bereits bekannten Leistungen sollen automatisch erkannt und eingetragen werden – eine Funktion, die Schalter als LV-Automatik beschreibt. Wer ähnliche Positionen bereits kalkuliert hat, muss sie nicht mehr von Hand eintippen. Das spart nachweislich Zeit und reduziert Übertragungsfehler. Dazu kommen Schnittstellen wie DataNorm und IDS Connect für die direkte Anbindung an Händler-Onlineshops und aktuelle Preisdaten.
Öffentliche Ausschreibungen: Einstieg für kleine Betriebe
Viele kleinere Handwerksbetriebe scheuen öffentliche Ausschreibungen, weil ihnen die Regularien unbekannt sind und der Aufwand der Kalkulation im Verhältnis zum unsicheren Ergebnis unverhältnismäßig erscheint. Schalter empfiehlt einen pragmatischen Ansatz: einfach teilnehmen, auch wenn der eigene Preis zunächst zu hoch angesetzt ist. Bei öffentlichen Ausschreibungen werden nach dem Submissionstermin alle eingegangenen Angebote offengelegt. Wer dabei war, bekommt ein realistisches Bild der Marktpreise und kann beim nächsten Mal gezielter kalkulieren. Die Diversifikation des Auftragsportfolios ist dabei ein weiterer Vorteil: Gerade in Phasen, in denen der private Neubau rückläufig ist, können öffentliche Aufträge eine verlässliche Auslastung sichern.
Zukunft: BIM, wachsende Komplexität und die Rolle digitaler Werkzeuge
Abschließend wirft die Episode einen Blick auf die Entwicklung der Branche. Die Komplexität von Bauprojekten nimmt zu – mehr Gewerke müssen koordiniert werden, Schnittstellen zwischen Elektro, SHK und Smart-Home-Systemen werden enger. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von BIM, also der modellbasierten Planung mit integrierten Informationen, die alle Beteiligten auf denselben Stand bringt. Für Handwerker bedeutet das in erster Linie: Wer mit digitalen Werkzeugen vertraut ist und Datenformate wie GAEB beherrscht, ist für diese Entwicklung besser gerüstet. Der Aufwand für die Einarbeitung zahlt sich aus – nicht als Selbstzweck, sondern weil er Fehler reduziert, Prozesse beschleunigt und die Zusammenarbeit mit Planern und Bauherren erleichtert.