Angebote in wenigen Minuten mit Lee-Ann Beeck von Handwerk 90/10 | E26

Was passiert, wenn eine Ausschreibung reinkommt – und aus einer Chance plötzlich stundenlange Kalkulation wird?

In dieser Folge spricht Philipp Christ mit Lee-Ann Beeck von Handwerk 90/10 über Ausschreibungen, Leistungsverzeichnisse und die Frage, wie Handwerksbetriebe schneller zu prüfbaren Angeboten kommen.

Im Gespräch wird klar: Wer Angebote schneller erstellen kann, spart nicht nur Zeit, sondern gewinnt auch mehr Handlungsspielraum. Lien Beek zeigt, wo Betriebe heute Zeit verlieren, warum Großhändlerpreise genau geprüft werden sollten und wie KI bei der Angebotskalkulation unterstützen kann – ohne dass der Mensch die Kontrolle verliert.

Das Wichtigste in Kürze

Ausschreibungen kosten oft mehr Zeit, als man denkt

Viele Betriebe rechnen pro Position mehrere Minuten Aufwand. Bei 100 Positionen wird daraus schnell ein ganzer Abend – oder mehr. Besonders kritisch: Diese Arbeit landet oft beim Inhaber oder beim erfahrensten Kalkulator. Genau dort ist Zeit aber ohnehin knapp.

Schnellere Angebote werden zum Wettbewerbsvorteil

Wer schneller kalkulieren kann, kann mehr Ausschreibungen bearbeiten und Chancen besser nutzen. Es geht nicht darum, blind möglichst viele Angebote rauszuschicken. Es geht darum, schneller zu entscheiden: Lohnt sich diese Ausschreibung für uns – oder nicht?

Großhändlerpreise müssen geprüft werden

Materialpreise schwanken. Deshalb holen viele Betriebe mehrere Angebote von Großhändlern ein. Doch auch dort können Fehler passieren: vergessene Positionen, falsche Mengen oder ungewöhnliche Preise. Eine saubere Prüfung schützt vor teuren Fehlkalkulationen.

Erfahrungswissen darf nicht verloren gehen

In vielen Betrieben steckt Kalkulationswissen in den Köpfen einzelner Personen. Der Vater, der Seniorchef oder der erfahrene Kalkulator weiß oft genau, welche Arbeitszeit realistisch ist. Wenn dieses Wissen nicht strukturiert genutzt wird, entsteht ein Risiko für die Zukunft.

KI kann Vorarbeit abnehmen – aber nicht blind entscheiden

KI kann Ausschreibungen analysieren, Vorschläge machen, Preise prüfen und Kalkulationen vorbereiten. Trotzdem bleibt der Mensch im Fahrersitz. Entscheidend sind nachvollziehbare Ergebnisse, Begründungen und Kontrollmöglichkeiten.

Der erste Schritt ist einfach

Betriebe müssen nicht sofort eine riesige Digitalisierungsoffensive starten. Der sinnvollste Anfang ist: Bei der nächsten Ausschreibung genau hinschauen, wo die meiste Zeit verloren geht – beim Material, beim Preisvergleich oder bei der Arbeitszeitkalkulation.

Diese Folge ist für alle Handwerksbetriebe spannend, die schneller Angebote erstellen, mehr Ausschreibungen bearbeiten und ihre Kalkulation sicherer machen wollen.

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