KI & Automatisierung im Handwerk: Erst Prozesse, dann Tools. Mit Christoph Krause | E35

Künstliche Intelligenz kann Handwerksbetrieben bereits heute Arbeit abnehmen – etwa bei der Dokumentation, im Büro oder beim Wissensmanagement. Entscheidend ist jedoch nicht, möglichst schnell ein KI-Tool einzuführen. Entscheidend ist die Frage: Welches konkrete Problem im Betrieb soll gelöst werden?

KI im Handwerk: Darum geht es in dieser Folge

In dieser Podcastfolge spricht Philipp Christ mit Christoph Krause, Digitalstratege und langjähriger Begleiter von Digitalisierungs- und KI-Projekten im Handwerk.

Im Gespräch geht es darum, wo Künstliche Intelligenz im Handwerksbetrieb bereits sinnvoll eingesetzt werden kann und warum Betriebe nicht mit der Technologie, sondern mit ihren eigenen Prozessen beginnen sollten.

Christoph Krauses zentraler Ansatz: Erst herausfinden, wo im Alltag Zeit verloren geht oder Informationen fehlen. Danach lässt sich entscheiden, ob Digitalisierung, Automatisierung oder KI die passende Lösung ist.

Wo kann KI im Handwerk konkret helfen?

Aus Projekten und Hackathons mit unterschiedlichen Gewerken nennt Christoph Krause drei besonders häufige Einsatzfelder: Dokumentation, die Weiterverarbeitung von Informationen und Wissensmanagement.

Baustellenberichte oder Protokolle können beispielsweise per Sprache erfasst und anschließend strukturiert aufbereitet werden. Aus vorhandenen Informationen lassen sich weitere Arbeitsschritte vorbereiten – etwa Aufgaben, Kunden-E-Mails oder Teile eines Angebots.

Auch betriebliches Wissen kann mit KI schneller verfügbar werden. Technische Dokumentationen, Herstellerinformationen oder interne Arbeitsanweisungen lassen sich so aufbereiten, dass Mitarbeiter gezielt auf die für ihre Aufgabe benötigten Informationen zugreifen können.

Warum Betriebe zuerst ihre Prozesse prüfen sollten

Nicht jedes Problem im Handwerksbetrieb braucht Künstliche Intelligenz. Unklare Abläufe, doppelte Dateneingaben oder schlecht gepflegte Informationen werden nicht automatisch besser, nur weil ein KI-Tool eingesetzt wird.

Christoph Krause empfiehlt deshalb, gemeinsam mit den Mitarbeitern zunächst die größten Probleme im Betriebsalltag zu identifizieren. Viele davon lassen sich bereits durch eine bessere Digitalisierung im Handwerk oder klassische Automatisierung lösen.

Erst wenn der Prozess klar ist, sollte geprüft werden, welchen zusätzlichen Nutzen KI bringen kann.

Warum Daten und Schnittstellen für KI wichtig sind

Automatisierte Prozesse funktionieren nur dann zuverlässig, wenn die benötigten Informationen verfügbar und strukturiert sind. Das betrifft beispielsweise Kunden-, Projekt-, Artikel- oder Auftragsdaten. Auch die eingesetzte Software spielt deshalb eine wichtige Rolle. Systeme sollten Daten weitergeben können und zukünftige Anwendungen nicht unnötig abschotten. Schnittstellen von LC-TOP ermöglichen den digitalen Datenaustausch mit Großhandel, Lieferanten und weiteren Anwendungen und schaffen damit eine wichtige Grundlage für vernetzte Arbeitsabläufe.

Wie verändert KI die Suche nach Handwerksbetrieben?

KI verändert nicht nur interne Prozesse. Auch Kunden suchen zunehmend konkreter nach Lösungen für ihre Probleme.

Statt nur einen allgemeinen Suchbegriff einzugeben, können Nutzer in ChatGPT, Gemini und anderen KI-Systemen sehr detailliert beschreiben, welche Leistung oder Problemlösung sie benötigen.

Für Handwerksbetriebe wird es deshalb wichtiger, auf der eigenen Website klar zu erklären, welche Leistungen sie anbieten, welche Probleme sie lösen und welche Erfahrungen sie mitbringen. Hilfreiche Inhalte, konkrete Antworten und konsistente Unternehmensinformationen können dazu beitragen, auch in KI-basierten Suchsystemen besser eingeordnet zu werden.

Die zentrale Botschaft: KI im Handwerk sollte kein Selbstzweck sein. Betriebe sollten zuerst ihre größten Probleme und Prozesse verstehen, gemeinsam mit den Mitarbeitern nach Lösungen suchen und erst anschließend entscheiden, ob Digitalisierung, Automatisierung oder KI das passende Werkzeug ist.

Mehr Informationen zur Folge

Mehr zu Christoph Krause

Consent Management Platform von Real Cookie Banner