Aufmaß

Ein Aufmaß dokumentiert die tatsächlich ausgeführten Mengen einer Bau- oder Handwerksleistung. Je nach Arbeit werden beispielsweise Längen, Flächen, Volumen oder Stückzahlen erfasst.

Besonders bei Einheitspreisverträgen ist das Aufmaß eine wichtige Grundlage für die Abrechnung: Nicht allein die ursprünglich geplante Menge ist entscheidend, sondern der tatsächlich ausgeführte Leistungsumfang.

Ein Aufmaß sollte deshalb so aufgebaut sein, dass sich die ermittelten Mengen eindeutig den ausgeführten Arbeiten und den entsprechenden Positionen zuordnen lassen.

Wofür wird ein Aufmaß benötigt?

Zwischen Planung und tatsächlicher Ausführung können sich Mengen verändern.

In einem Leistungsverzeichnis sind beispielsweise 40 Meter Rohrleitung vorgesehen. Nach Abschluss der Arbeiten stellt sich heraus, dass tatsächlich 46,5 Meter eingebaut wurden.

Das Aufmaß hält die ausgeführte Menge fest.

Bei einer Abrechnung nach Einheitspreisen kann anschließend die tatsächlich ermittelte Menge mit dem vereinbarten Einheitspreis berechnet werden.

Aufmaße kommen deshalb insbesondere bei Bau- und Installationsarbeiten zum Einsatz, bei denen die endgültigen Mengen erst während oder nach der Ausführung zuverlässig festgestellt werden können.

Für SHK- und Elektrobetriebe betrifft das beispielsweise:

  • Rohr- und Leitungsverlegung
  • Kabel und Installationswege
  • Flächen
  • Stückzahlen von Bauteilen
  • Armaturen
  • Schalter und Steckdosen
  • Montage- und Installationsleistungen

 

Welche Einheit verwendet wird, richtet sich nach der jeweiligen Leistung.

Welche Angaben gehören in ein Aufmaß?

Ein Aufmaß muss vor allem nachvollziehbar sein. Welche Angaben erforderlich sind, hängt vom Auftrag, der Leistung und den vertraglich vereinbarten Abrechnungsregeln ab.

Typischerweise werden unter anderem folgende Informationen festgehalten:

  • Projekt oder Auftrag
  • Datum der Mengenermittlung
  • Positionsnummer
  • Beschreibung der ausgeführten Leistung
  • Ort, Raum oder Bauteil
  • verwendete Maße und Berechnung
  • Mengeneinheit
  • ermittelte Gesamtmenge

 

Bei umfangreichen Projekten ist die eindeutige Zuordnung besonders wichtig. Eine Menge wie „24,60 m“ allein sagt wenig aus, wenn später nicht mehr erkennbar ist, zu welcher Position, welchem Raum oder welchem Bauteil sie gehört.

Beispiel eines Aufmaßblatts

Aufmaß – Position 01.02
Leistung Kabelkanal montieren
Ort Büro · 1. Obergeschoss
Berechnung 6,20 m + 4,80 m + 7,40 m
Ermittelte Menge 18,40 m

Beispiel: Aufmaß bei einer Elektroinstallation

Ein Elektrobetrieb führt Installationsarbeiten in einem Bürogebäude aus. Im Leistungsverzeichnis ist unter anderem die Montage von Kabelkanälen und Steckdosen vorgesehen.

Nach Abschluss der Arbeiten werden die tatsächlich ausgeführten Mengen erfasst.

Pos. Leistung Messansatz Einheit Menge
Pos. 01.01 Leistung Kabelkanal Büro 1. OG Messansatz 6,20 + 4,80 + 7,40 Einheit m Menge 18,40
Pos. 01.02 Leistung Steckdosen montiert Messansatz 12 Einheit St. Menge 12
Ist für den Kabelkanal beispielsweise ein Einheitspreis von 24,00 Euro pro Meter vereinbart, ergibt sich:
Tatsächlich ausgeführte Menge 18,40 m
× Einheitspreis 24,00 €
= Positionsbetrag 441,60 €

Die Werte dienen ausschließlich als vereinfachtes Beispiel.

Was ist ein Aufmaßblatt?

Ein Aufmaßblatt dient dazu, die ermittelten Mengen und die dazugehörigen Berechnungen strukturiert festzuhalten.

Je nach Projekt kann ein Aufmaßblatt beispielsweise nach Positionen, Räumen, Bauteilen oder Leistungsbereichen gegliedert werden.

Wichtig ist weniger die konkrete Form des Dokuments als die Nachvollziehbarkeit der Mengen.

Eine reine Endmenge ohne Messansatz ist später deutlich schwieriger zu prüfen als eine dokumentierte Berechnung.

Was ist der Unterschied zwischen Aufmaß und Leistungsverzeichnis?

Ein Leistungsverzeichnis beschreibt die vorgesehenen Leistungen eines Projekts. Es enthält einzelne Positionen mit Leistungsbeschreibungen, Mengen und Einheiten und dient häufig als Grundlage für die Angebotskalkulation.

Das Aufmaß dokumentiert dagegen die Mengen, die tatsächlich ausgeführt oder vor Ort festgestellt wurden.

Sind im Leistungsverzeichnis beispielsweise 40 Meter Rohrleitung vorgesehen, können sich bei der Ausführung 46,5 Meter ergeben. Diese tatsächlich ausgeführte Menge wird im Aufmaß festgehalten.

Leistungsverzeichnis und Aufmaß erfüllen damit unterschiedliche Aufgaben: Das Leistungsverzeichnis beschreibt den geplanten Leistungsumfang, das Aufmaß dokumentiert die ausgeführten Mengen.

Mehr zum Aufbau und zur Verwendung erfahren Sie in unserem Lexikonartikel Leistungsverzeichnis.

Was ist der Unterschied zwischen Aufmaß und Aufmaßrechnung?

Das Aufmaß dient zunächst der Mengenermittlung und Dokumentation. Es zeigt, welche Leistung in welchem Umfang ausgeführt wurde.

Eine Aufmaßrechnung nutzt diese ermittelten Mengen anschließend für die Abrechnung.

Ein Beispiel: Für eine Rohrleitung wurden 46,5 Meter aufgemessen. Ist für diese Position ein Einheitspreis vereinbart, kann die festgestellte Menge mit diesem Preis berechnet und in der Rechnung berücksichtigt werden.

Das Aufmaß selbst ist damit noch keine Rechnung. Es liefert vielmehr eine wichtige Grundlage für die spätere Abrechnung der ausgeführten Leistungen.

Wann sollte ein Aufmaß erstellt werden?

Ein Aufmaß sollte möglichst dann erstellt werden, wenn sich die ausgeführten Leistungen noch zuverlässig feststellen lassen.

Das ist besonders wichtig, wenn Arbeiten im weiteren Bauablauf später verdeckt oder nur noch schwer zugänglich sind. Dazu können beispielsweise Leitungen gehören, die anschließend verkleidet werden, oder Installationen, die nach Abschluss weiterer Arbeiten nicht mehr ohne Weiteres sichtbar sind.

Bei längeren Bauprojekten kann es deshalb sinnvoll sein, die Mengen abschnittsweise zu erfassen, statt mit dem gesamten Aufmaß bis zum Projektende zu warten.

Welche Dokumentation im Einzelfall erforderlich ist, hängt von der ausgeführten Leistung, dem Auftrag und den vereinbarten Abrechnungsbedingungen ab.

Was macht ein Aufmaß nachvollziehbar?

Ein Aufmaß sollte nicht nur eine Endmenge nennen. Es sollte auch erkennen lassen, wie diese Menge zustande gekommen ist.

Die Angabe

„Rohrleitung: 32,6 m“
liefert zwar eine Menge, erklärt aber nicht, wo diese ermittelt wurde.

Nachvollziehbarer wäre beispielsweise eine Aufteilung nach Bereichen:

Keller: 8,4 m
Erdgeschoss: 13,2 m
Obergeschoss: 11,0 m
Gesamt: 32,6 m

Zusätzliche Angaben wie Positionsnummern, Raumbezeichnungen oder eindeutige Bezüge zu einzelnen Leistungen erleichtern die spätere Zuordnung.

Gerade bei umfangreichen Projekten hilft eine solche Struktur dabei, Mengen auch nachträglich prüfen und einer bestimmten Leistungsposition zuordnen zu können.

Digitales Aufmaß oder Aufmaß auf Papier?

Ein Aufmaß kann auf Papier, in einer Tabelle oder mit einer geeigneten Software erstellt werden.

Entscheidend ist zunächst nicht das verwendete Werkzeug, sondern dass die ausgeführten Mengen korrekt und nachvollziehbar dokumentiert werden.

Bei größeren Projekten kann eine digitale Erfassung Vorteile bieten. Mengen lassen sich beispielsweise direkt bestimmten Positionen, Räumen oder Projektbereichen zuordnen und für die weitere Bearbeitung verwenden.

Eine digitale Lösung ersetzt jedoch nicht die sorgfältige Mengenermittlung vor Ort. Auch digital erfasste Werte müssen eindeutig einer ausgeführten Leistung zugeordnet werden können.

Warum ist das Aufmaß für Handwerksbetriebe wichtig?

Bei vielen Bau- und Installationsarbeiten steht der endgültige Leistungsumfang erst nach oder während der Ausführung fest.

Das Aufmaß schafft eine nachvollziehbare Verbindung zwischen der tatsächlich ausgeführten Arbeit und der späteren Abrechnung.

Für Handwerksbetriebe ist das besonders relevant, wenn Leistungen nach tatsächlich ausgeführten Mengen abgerechnet werden. Gleichzeitig hilft eine saubere Dokumentation dabei, spätere Rückfragen zu einzelnen Positionen und Mengen nachvollziehbar zu beantworten.

Damit ist das Aufmaß nicht nur ein Bestandteil der Abrechnung, sondern auch eine wichtige Dokumentation des ausgeführten Leistungsumfangs.

Weiterführende Informationen

Wie Aufmaße in LC-TOP nach Positionen, Räumen und Blättern erfasst und für die weitere Projektbearbeitung verwendet werden können, erfahren Sie auf unserer Seite Projektmanagement fürs Handwerk.

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