Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag zeigt, welcher Betrag von einem Erlös nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt. Dieser Betrag steht zur Verfügung, um die Fixkosten des Betriebs zu decken und anschließend einen Gewinn zu erwirtschaften.

Für Handwerksbetriebe kann der Deckungsbeitrag beispielsweise auf einen einzelnen Auftrag, eine Leistung oder einen bestimmten Zeitraum bezogen werden.

Kurz erklärt:

Erlös − variable Kosten = Deckungsbeitrag

Ein positiver Deckungsbeitrag bedeutet noch nicht automatisch, dass der Betrieb Gewinn erzielt. Zunächst müssen damit die Fixkosten des Betriebs gedeckt werden.

Wie wird der Deckungsbeitrag berechnet?

Die grundlegende Formel lautet:

Deckungsbeitrag = Erlös − variable Kosten

Variable Kosten verändern sich abhängig von der Leistung beziehungsweise dem betrachteten Auftrag. Im Handwerk können dazu beispielsweise Materialkosten, Fremdleistungen oder andere unmittelbar durch den Auftrag verursachte Kosten gehören.

Welche Kosten als variabel berücksichtigt werden, hängt von der jeweiligen Kostenrechnung und dem verwendeten Deckungsbeitragsmodell ab. Personalkosten können dabei je nach Betrachtungsweise unterschiedlich eingeordnet werden.

Ein einfaches Beispiel:

Position Betrag
Nettoerlös des Auftrags 12.000 €
Materialkosten − 4.000 €
Fremdleistungen − 1.500 €
weitere variable Kosten − 500 €
Deckungsbeitrag 6.000 €

Von einem Nettoerlös von 12.000 Euro verbleiben in diesem vereinfachten Beispiel 6.000 Euro Deckungsbeitrag.

Diese 6.000 Euro sind jedoch noch nicht der Gewinn. Aus ihnen müssen zunächst die entsprechenden Fixkosten des Betriebs gedeckt werden.

Was ist die Deckungsbeitragsquote?

Neben dem absoluten Betrag kann auch die Deckungsbeitragsquote betrachtet werden. Sie zeigt, welchen Anteil der Deckungsbeitrag am Erlös ausmacht.

Die Formel lautet:
Deckungsbeitragsquote = Deckungsbeitrag ÷ Erlös × 100

Im Beispiel ergibt sich:
6.000 € ÷ 12.000 € × 100 = 50 %

Der Auftrag erzielt damit eine Deckungsbeitragsquote von 50 Prozent.

Beispiel auf einen Blick

Erlös: 12.000 €

Variable Kosten: 6.000 €

Deckungsbeitrag: 6.000 €

Deckungsbeitragsquote: 50 %

Was sagt der Deckungsbeitrag über einen Auftrag aus?

Der Deckungsbeitrag hilft dabei zu beurteilen, wie viel ein Auftrag zur Deckung der übrigen betrieblichen Kosten beiträgt.

Das ist besonders interessant, wenn unterschiedliche Aufträge miteinander verglichen werden. Ein hoher Umsatz bedeutet nämlich nicht automatisch, dass ein Auftrag auch einen entsprechend hohen Beitrag zur Deckung der Betriebskosten liefert.

Entscheidend ist, welche Kosten mit dem jeweiligen Auftrag verbunden sind und welcher Betrag anschließend verbleibt.

Der Deckungsbeitrag sollte dabei nicht isoliert betrachtet werden. Arbeitszeit, verfügbare Kapazitäten, Projektrisiken und weitere betriebliche Faktoren können für die Beurteilung eines Auftrags ebenfalls wichtig sein.

Deckungsbeitrag und Gewinn: Was ist der Unterschied?

Deckungsbeitrag und Gewinn sind nicht dasselbe.

Der Deckungsbeitrag entsteht nach Abzug der variablen Kosten vom Erlös. Aus diesem Betrag müssen anschließend noch die Fixkosten gedeckt werden.

Dazu können beispielsweise Miete, Versicherungen, Verwaltung oder andere Kosten gehören, die nicht unmittelbar mit einem einzelnen Auftrag schwanken.

Vereinfacht gilt auf Betriebsebene:

Gesamtdeckungsbeitrag − Fixkosten = Betriebsergebnis

Ein Auftrag kann deshalb einen positiven Deckungsbeitrag erzielen, ohne dass daraus automatisch ein entsprechender Gewinn für den Betrieb entsteht. Mehr zu Kosten, die sich nicht unmittelbar einem einzelnen Auftrag zurechnen lassen, erfahren Sie in unserem Lexikonartikel zu den Gemeinkosten.

Deckungsbeitrag und Wertschöpfung: Wo liegt der Unterschied?

Auch Deckungsbeitrag und Wertschöpfung sollten nicht gleichgesetzt werden.

Bei einer vereinfachten auftragsbezogenen Betrachtung der Wertschöpfung werden vom Netto-Auftragswert insbesondere Materialkosten und Fremdleistungen abgezogen. Der Deckungsbeitrag basiert dagegen auf der Abgrenzung zwischen Erlösen und variablen Kosten.

Welche Kosten in die jeweilige Berechnung einfließen, hängt deshalb von der verwendeten betriebswirtschaftlichen Betrachtung ab.

Wie sich die Wertschöpfung im Handwerk berechnen lässt und warum die Wertschöpfung pro produktiver Stunde interessant sein kann, erklären wir ausführlich im Beitrag zur Wertschöpfung im Handwerk.

Warum ist der Deckungsbeitrag für die Kalkulation wichtig?

Der Deckungsbeitrag kann sowohl vor als auch nach einem Auftrag betrachtet werden.

Bei der Vorkalkulation lässt sich prüfen, welcher Deckungsbeitrag auf Grundlage der geplanten Erlöse und Kosten zu erwarten ist.

Nach Abschluss des Auftrags zeigt die Nachkalkulation, ob die tatsächlichen Kosten den ursprünglichen Annahmen entsprechen. Höhere Materialkosten, zusätzliche Arbeitszeiten oder unerwartete Fremdleistungen können dazu führen, dass der tatsächlich erreichte Deckungsbeitrag geringer ausfällt als geplant.

Mehr dazu erfahren Sie im Lexikonartikel zur Nachkalkulation.

Deckungsbeitrag mit Handwerkersoftware betrachten

Je mehr Aufträge und Kostenpositionen ein Betrieb verwaltet, desto wichtiger wird eine einheitliche Kalkulationsgrundlage.

LC-TOP unterstützt Handwerksbetriebe bei der Vor- und Nachkalkulation. Im Rahmen der Vorkalkulation kann dabei auch der Deckungsbeitrag betrachtet werden. Mehr über die Funktionen erfahren Sie auf unserer Seite zur Vor- und Nachkalkulation.

Weitere Begriffe

Gemeinkosten

Gemeinkosten sind betriebliche Kosten, die keinem einzelnen Auftrag direkt zugeordnet werden können, etwa Miete und Versicherungen.

Stundenverrechnungssatz

Der Stundenverrechnungssatz ist der kalkulierte Preis einer Arbeitsstunde. Er berücksichtigt Personalkosten, betriebliche Gemeinkosten und Gewinn.

Open Masterdata (OMD)

Open Masterdata (OMD) ermöglicht Handwerksbetrieben, aktuelle Artikel- und Produktdaten bei Bedarf direkt aus den Systemen des Großhandels abzurufen.
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